Bonner Rundschau 19.11.2009                                                                                   

H. D. Terschüren

                                                                                                                        

Begegnung im Schattenland

 

Das englischsprachige Bühnenensemble „Bonn Players"

gastiert mit „Shadowlands“ im Theater im Augustinum

C. S. Lewis (1898- 1963) schrieb bekannte Kinderbücher („The Chronicles of Narnia") und unterrichtete in Oxford. Mit der 18 Jahre jüngeren Joy Gresham, einer amerikanischen Dichterin, unterhielt er einen Briefwechsel. Bis 1952 ein Brief ihren Besuch mit einem ihrer Söhne bei ihm ankündigte und für Unruhe in dem Haus sorgte, das der Junggeselle mit seinem Bruder bewohnte.

Damit beginnt „Shadowlands" von William Nicholson, das die „Bonn Players“ im Theater im Augustinum zeigen. Ein Grund für die Truppe - bis zum Wegzug der Botschaft „The British Embassy Players" -, das Stück, original ein Hörspiel, aufzuführen, dürfte die erfolgreiche Verfilmung mit Anthony Hopkins und Debra Winger gewesen sein. Es ist ein gut gemachtes Theater, wie es im Angelsächsischen Tradition hat. Auch mit seinen Schattenseiten.

Man lässt sich gern berüh­ren von wirklichen Geschichten. „Shadowlands“ dient der Erbauung. Beide hatten, jeder für sich, irgendwann ihre Erweckungs–erlebnisse. Das half, als Joy, nachdem sie Lewis, schon Mitte 50, geheiratet hat, Krebs bekommt und 1960 nach einer gemeinsamen Reise nach Delphi stirbt. Aber was ein Brite wie Nicholson daraus macht, ist richtiges Theater. Es scheint zwar nur einer dabei zu sein, der erfolgreich einen Anflug von Oxfordenglisch probierte (Scott Jacobs). Aber die College-Atmosphäre kommt stimmig rüber, auch in Kathleen Schroers' Regie. Auch für ihre einfache, aber probate Bühne gilt das. Sie ließ sich einen Studenten ein­fallen, der nur mal eben mit ei­nem Fahrrad quer über die Bühne saust. Einfach so.

Den Rahmen bildet der tro­ckene britisch-professorale Witz abendlicher Kollegentref­fen bei Lewis und Warnie. Die Darsteller waren professionell und unsentimental, an der Spitze Chris Wilde als C. S. Le­wis und Katie Jordans als Joy sowie Peter Ferrow (Warnie). Engländer sind bekannt dafür, dass sie Kurzprofile so perfekt zeichnen wie hier Burgert Blom, John Symons, Janine Lockwood-Brusa einen Arzt, griechischen Kellner, Priester, Clerk, Nurse und so weiter. Bonn braucht solch Theater!

Chris Wilde als C.S. Lewis und
Katie Jordans als Joy bieten eine
überzeugende Leistung auf der Bühne.

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