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Bonner Rundschau
Kleine Leute in kleinen
Welten „Bonn
Players" führen drei Monologe aus der Sammlung „Talking Heads" auf von VERA MERCKER BONN.
Drei Monologe, drei Frauen. Unterschiedlicher könnten sie
nicht sein: Irene, eine alleinstehende Dame, die mit ihrem übereifrigen Sozialengagement
schließlich im Gefängnis landet, Susan, eine einsame Pastorenfrau,
Alkoholikerin und auf der Suche nach Wärme, und schließlich die halbseidene
Schauspielerin Lesley, die bereit ist, alles zu geben für ihren Traum vom
großen Film. In drei Monologen aus der Sammlung.
„Talking Heads"; die Alan Bennet.
1989 für den BBC verfasste, präsentierten
die Bonn Players" in der Brotfabrik kleine Leute in kleinen Welten. In
einer Mischung aus Humor und Verzweiflung erzählen die Charaktere von ihren
Ängsten, Sorgen und Hoffnungen, lassen tief blicken in ihr Inneres und
offenbaren dabei vieles über die Gesellschaft, in der sie leben. Einsamkeit und
Entfremdung sind in diesem Zusammenhang Schlüsselbegriffe: Zumindest
vorübergehend aber eröffnen sich Wege heraus aus der Stagnation: „Fuck up"
ist das Zauberwort der braven Irene. Hinter Gittern, im Zusammenhalt mit den
anderen verschrobenen Gefängnisinsassen, fühlt sie sich das erste Mal frei und
happy". Den zweiten
Teil des Abends füllte der Einakter „Virtually Possible" von John
Stevens, selbst Mitglied der Bonn Players. Brit Williams hat einen Freund
gefunden, einen virtuellen zwar, doch es dauert nicht lange, bis der kleine
Mann auf dem Bildschirm ein Eigenleben entfaltet und Brits Welt damit aus den
gewohnten Bahnen lenkt. Was ist Realität, was ist Fiktion und was ist
„virtuelle" Realität? Ein verwirrendes Spiel mit verschiedenen
Wahrnehmungsebenen entspinnt sich, das den Umgang mit Cyberspace humorvoll und
kritisch hinterfragt. Vor allem der erste Teil des Abends überzeugte, namentlich Margot Nisita als Irene. „Virtually Possible" mag manchen Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen haben, doch sei dies beabsichtigt, so der Regisseur und Autor. „Das Stück ist angelegt als ein Katz- und-Maus-Verwirrspiel. Es geht uns um das Verwischen von Bewusstseinsgrenzen, von Welt und Wirklichkeit Die Haltlosigkeit, die der Zuschauer spürt, ist Teil diese: Phänomens.". Am 31. Mai wird „Virtually Possible" als Beitrag der Bonn Players zurr FEATS-Festival (Festival of European Anglophone Theatrical Societies) im Bad Homburg zu sehen sein.
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