Sein vermeintlich
langweiliges Leben hat der 47jährige
Restaurantbesitzer
Barney Cashman (hervorragend
gespielt von Scott Jacobs)
satt.
Seit
23 Jahren verheiratet
und immer treu, sehnt er sich
nun nach Abenteuern und Abwechslung.
Zu diesem Zweck lädt er - von der Midlife Crisis
gebeutelt - zu jeweils unterschiedlichen
Zeiten drei Damen
in das New Yorker Appartement
seiner Mutter, doch aus
den erträumten romantischen tête-à-têtes
entwickeln sich
drei nachhaltige Alpträume.
Mäandrierend zwischen spielerischer
Leichtigkeit, ergreifender
Melancholie und authentisch
wirkender Hysterie,
hat Devon Putnam dieses wunderbare
Boulevardstück namens
Last of the Red Hot Lovers
(1972 mit Alan Arkin
verfilmt) aus der Feder von
Neil Simon in der Brotfabrik inszeniert.
Dass es sich bei der den englischsprachigen
"The BonnPlayers"
um eine Laiengruppe
handelt, die um die britische
Botschaft herum 1980 entstand,
ist bei dieser Inszenierung
kaum zu merken. Als wären
ihnen die Rollen auf denLeib
geschneidert, so fungieren
die vier Akteure auf der
Bühne und ziehen alle Register.
Allen voran Carrie Assheuer,
die ihren Part des rassigen
Vollweibs, das kühl und
berechnend alle weiblichen
Reize zum Einsatz bringt, um
ihr Ziel zu erreichen, bravourös
beherrscht. Nur kalte Verachtung
hat sie für den zaudernden
Ehemann Barney übrig,
der von der großen Leidenschaft
träumt, aber nichts riskieren
will und sich schließlich
doch nicht traut.
Schlingernd,
am Rande des Wahnsinns,
lebt die erfolglose
Schauspielerin Bobbi, die sich
mit Drogen voll pumpt, um der
Realität zu entfliehen.
Zerbrechlich und zugleich
hoffnungslos verrückt
zeigt Lisa
Housholder ein hervorragendes
Gespür für ihre Rolle und
verkörpert die zerbrochene
Romantikerin perfekt.
Mit der
depressiven Jeanette (Ramona
Claus) muss sich der mittlerweile arg gebeutelte
Barney zum Schluss
auseinandersetzen und ihm
geht schließlich ein Licht auf:
Vielleicht ist seine
eigene Frau doch die Beste? In jedem Falle
eine sehenswerte Inszenierung,
auf hohem Niveau mit
zahlreichen Höhepunkten.

Carrie Assheuer
and Scott Jacobs
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